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Über die Autorin

Marle Schulte-Farwig

Hundetrainerin aus Ibbenbüren. Ausgebildet bei der ATN, mit Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz und eigener Hundeschule. Schwerpunkt: Ressourcenaggression, reaktive Hunde und Tierschutzhunde.

Warum Marle Hundetrainerin wurde

Ihr erster Hund Jaro war ein einfacher Hund, der gut mitgearbeitet hat. „Rückblickend kann ich erkennen, dass ich auch an ihm viel falsch gemacht habe. Er hat mir aber viel vergeben.“ An Jaro hat sie gelernt, mit nervösen, sehr hektischen Hunden zu arbeiten, die viel will to please zeigen, und sie wieder runterzufahren.

Dann kam Chacha. Ein Hund, den sie so nicht haben wollte, mit Ressourcenaggression und Reaktivität. Er hat Menschen gebissen und konnte nicht unbeaufsichtigt bleiben. Mit ihm war Marle Kundin in vielen verschiedenen Hundeschulen, auch wegen mehrerer Umzüge.

Chacha ist der Grund, warum ich Hundetrainerin werden musste, denn keiner konnte mir helfen.

Deshalb wurde ich Hundetrainerin
Das hätte ich als Hundetrainerin mit meinem ersten Hund heute anders gemacht

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Deshalb kennt sie auch die Seite, über die selten gesprochen wird: die emotionale Last, einen Hund zu übernehmen, den man nicht haben wollte, und den sozialen Druck, wenn der eigene Hund nicht in die Gesellschaft passt. „Dann wird man anders angeschaut, und alle gehen davon aus, dass das Problem, was man da an der Leine sieht, etwas ist, was du gemacht hast, und dass das bedeutet, dass du keine Ahnung hast.“

Heute ist Chacha Familienhund und kommt damit besser zurecht als ihr erster Hund. Im Sommer 2026 lag sein letzter Ausfall fast zwei Jahre zurück. Fertig ist das Training trotzdem nicht, und genau deshalb nimmt Marle ihn gern mit: als Beispiel dafür, dass Training nie endet. Ihre Kunden sehen dabei zu, wie sie selbst noch aktiv darüber nachdenkt, was sie macht, und nicht für jeden Hund die gleiche Methode benutzt.

Ausbildung und Qualifikation

  • Hundetrainerin, ausgebildet bei der ATN. Die ATN ist einer der großen Anbieter der Hundetrainerausbildung und bekannt dafür, positives Hundetraining zu vermitteln.
  • Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz. Die behördliche Erlaubnis, die in Deutschland braucht, wer gewerbsmäßig Hunde ausbildet oder Halter dabei anleitet.
  • Therapiehundausbilderin.

Ausgebildet ist Marle in positiver Verstärkung. Aus der Arbeit mit sehr vielen verschiedenen Hunden weiß sie aber, dass das nicht die Lösung für alles ist: „Positive Verstärkung funktioniert für all die Dinge, die ein Hund neu lernt.“ Ein Hund mit Verhaltensproblemen braucht unter Umständen etwas anderes. Welche Methode passt, entscheidet sie deshalb am Hund selbst, an seinem Verhalten und seiner Körpersprache.

Die eigene Hundeschule

Nach der Prüfung hat Marle ihre eigene Hundeschule in Ibbenbüren eröffnet. Das Konzept stammt aus ihren Jahren als Kundin: Sie hat in jeder Hundeschule gefiltert, was sie sich als Kundin gewünscht hätte, und genau diese Hundeschule gebaut. Heute trainieren dort über 100 Kunden mit ihren Hunden, in mehr als 50 Terminen im Monat.

Erziehung ist dabei nur ein Teil. „Die Erziehung von einem Hund bedeutet nicht nur, Erziehungskurse zu machen, sondern ihm auch gerecht zu werden, indem man seine Bedürfnisse erfüllt.“ Deshalb gehören Beschäftigung, Nasenarbeit und Alltagstraining fest dazu.

Marles Trainingskonzept: alltagsintegriertes Training

Alltagsintegriertes Training ist Marles eigenes Trainingskonzept und das, wofür ihre Kunden sie kennen. Wer einen Lebensbegleiter will, muss den Hund eine Zeit lang mit in sein Leben nehmen, auch wenn er es noch nicht kann. Der Hund kommt also mit zu Tante Erna, mit in die Stadt, um eine Hose zu kaufen, oder steigt an der Tankstelle aus und bleibt, während du volltankst. „Damit dein Hund dabei ist, wenn du dein Leben lebst, und er sich daran gewöhnen kann, wie dein Leben aussehen soll.“

Fachgebiete

Ressourcenaggression

Der Hund schützt Dinge mit aggressivem Verhalten, und das stört im Alltag oder kann Halter, Mitmenschen oder andere Hunde verletzen. Eine Ressource kann Wasser sein, Futter, der Halter, andere Menschen, Räume, Spielzeug, aber auch ein Papierschnipsel oder ein Faden, der aus dem Teppich hängt.

Reaktive Hunde

Reaktivität heißt erst einmal nur, dass der Hund intensiver auf bestimmte oder viele unbestimmte Reize reagiert, als es dem Halter im Alltag recht ist. Zusammen mit Ressourcenaggression ist das Marles wichtigstes Fachgebiet.

Tierschutzhunde

Viele Tierschutzhunde haben auf der Straße erlebt, dass Essen zu verlieren oder nicht zu schützen den Tod bedeutet. Die, die erfolgreich waren, haben überlebt und kommen jetzt nach Deutschland, oft mit genau dieser Befürchtung, besonders wenn schon andere Hunde im Haushalt leben. Dazu kommt die Überforderung durch ein Leben, das ganz anders ist als das vorherige. Das macht viele Tierschutzhunde anfälliger für reaktives Verhalten.

Marle nimmt selbst Pflegehunde auf und gibt sie weiter. Ihre Erfahrung mit Tierschutzhunden reicht deshalb von der Ankunft in Deutschland bis zur Vermittlung ins Für-immer-Zuhause. Wie das aussieht, zeigt ihre Serie mit Pflegehund Weasley in den Videos.

Enrichment

Marle ist Fan und Spezialistin für Enrichment: Beschäftigung, die die Bedürfnisse eines Hundes erfüllt. Dazu gehören Nasenarbeit wie Fährte und Geruchsdifferenzierung, Futtersuche statt Napf sowie Hüte- und Treibspiele.

Leinenführigkeit

Woran es fast immer scheitert: Halter suchen sich eine Methode aus und ziehen sie nicht durch. Leinenführigkeit ist der Normalzustand, „von Montag bis Sonntag, an Feiertagen und auch, wenn Erna dich an der Leine hat. Auch wenn es regnet, auch wenn die Leine pink ist.“ Wer eine Woche lang auf jede Grenzüberschreitung mit derselben Konsequenz und ruhig reagiert, hat sieben anstrengende Tage und danach eine ruhige, schöne Zeit.

Körpersprache

Eine Methode funktioniert nicht für alle Hunde. Welche passt, siehst du dem Hund an. Marle liest Körpersprache an zwei Achsen: oben und unten, vorne und hinten. Ein Hund, der nach vorne oben ausgerichtet ist, agiert. Ein Hund, der nach unten und hinten ausgerichtet ist, ist eher im defensiven Bereich.

Sozialkontakt mit anderen Hunden

Welpenschutz gibt es nicht, und die Rasse spielt eine große Rolle. Kurzschnäuzige Rassen, Rassen mit starken Körperfalten, veränderten Gangbildern oder sehr viel Fell können sich schlechter ausdrücken. Die häufigste Frage, ob das noch Spiel ist, ist dabei weniger wichtig als die Frage, was der Hund lernen soll. Das Ziel ist nie, dass der Hund jeden anderen Hund mögen muss, sondern dass er akzeptieren kann, dass andere Hunde da sind.

Außerdem

  • Hunde, die sehr frei von Regeln aufgewachsen sind
  • Nervöse, hektische Hunde mit viel will to please, die wieder runterfahren sollen
  • Territorialverhalten
  • Hütehunde, Treibhunde, Schäferhunde, Herdenschutzhunde und Windhunde

Was über eine Website geht und was nicht

Die Übungen auf diesen Seiten sind Training für Hunde, die reagieren, ziehen oder nicht zuhören. Wenn dein Hund Menschen oder Hunde ernsthaft verletzt hat oder eine Gefährdung besteht, brauchst du eine Trainerin vor Ort, die die Situation sieht. Das sagt Marle aus eigener Erfahrung.

Marle im Netz

Auf Instagram heißt Marles Kanal @gute.hunde, auf YouTube @gute-hunde und auf TikTok @gute.hunde. Ihre Reels wurden zwischen März und September 2026 über 1,8 Millionen Mal abgespielt.

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