Rückruf und Freilauf · Übung

Radiustraining: 3 Regeln, 3 Fehler und die eine, die alles entscheidet

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Kurz gesagt

Beim Radiustraining lernt dein Hund, in einem bestimmten Abstand um dich herum zu bleiben, ohne dass du ihn ständig rufst. Die wichtigste Regel: Kommt Zug auf die Schleppleine, holst du ihn komplett zu dir zurück, konsequent, jedes Mal, eine Woche, jeden Tag. Kein Kommando fürs Leinenende, und erst von der Leine, wenn er den Radius halten kann.

Im Video zeige ich das Radiustraining mit meinem Pflegehund. Radiustraining heißt: Dein Hund lernt, in einem bestimmten Abstand um dich herum zu bleiben, ohne dass du ihn ständig rufst. An der Schleppleine zuerst, später ohne.

Die drei Top-Fehler

  1. Ein Kommando fürs Leinenende. Dein Hund braucht kein Kommando für das Leinenende. Es ist seine Aufgabe, die Distanz zu dir im Blick zu behalten. Wer bei jedem Meter „Langsam“ und „Hier“ sagt, übernimmt die Aufgabe, die der Hund haben soll.
  2. Ständig wechselnder Wohlfühlradius. Heute zehn Meter, morgen drei, je nach Laune und Gegend. Der Hund kann keinen Radius halten, den es nicht gibt. Lege einen Radius für die Schleppleine fest und einen für den Freilauf, und bleib dabei.
  3. Zu früh von der Leine. Lass deinen Hund nicht von der Leine, bevor er den Radius halten kann. Wenn er es mit Leine nicht kann, kann er es erst recht nicht, wenn die Leine ab ist.

Die drei Regeln

Erstens: Der Hund behält die Distanz im Blick. Er geht deshalb nicht in die Leine. Es ist nicht deine Aufgabe, deinen Hund ewig zu moderieren, sonst wird er seine Aufgabe vernachlässigen.

Zweitens: Der Hund bleibt gesichert, bis du ihm vertrauen kannst und er vorhersehbar ist. Optimal sind Leinen, die man mit der Zeit kürzer schneiden kann. So hast du die Schleppe erst in der Hand, dann auf dem Boden, und danach wird sie immer kürzer. Der Freilauf kommt nicht an einem Tag, er kommt zentimeterweise.

Drittens: Wenn Zug auf die Leine kommt, holst du ihn komplett zu dir zurück. Keine Umwege, kein Lob, keine Kommentare. Einfach zurückholen und neu starten. Ja, auch wenn der Zug nur gering war.

„Mach dies zu deiner wichtigsten Regel.“

Die Übung in einem Satz

Beim Radiustraining lernt dein Hund, sich innerhalb eines bestimmten Abstands an dir zu orientieren. Entscheidend ist dein Verhalten an der Grenze dieses Radius:

„Zieh deinen Hund zu dir zurück, wenn er in die Leine geht. Konsequent, jedes Mal, eine Woche, jeden Tag.“

Das ist alles. Der Grund, warum es bei den meisten nicht funktioniert, ist nicht die Übung, sondern das „jedes Mal“. Beim dritten Mal ist der Zug klein, beim fünften ist der Weg schön, beim zehnten telefonierst du. Und jedes Mal, das du auslässt, sagt dem Hund: Ziehen geht manchmal doch.

Zusatz: das Freiwillige belohnen

Zurückholen ist die eine Hälfte. Die andere: Belohne Blickkontakt, Innehalten und einen verlangsamten Gang. Das sind alles Verhaltensweisen, die deinem Hund helfen, in deinem Radius orientiert zu bleiben. Ein Hund, der kurz vor dem Leinenende von selbst langsamer wird und zu dir schaut, hat den Radius verstanden. Genau da kommt der Marker.

Wie das mit den anderen Übungen zusammenhängt

Radiustraining ist Alltagstraining: Es passiert auf jedem Spaziergang, nicht in einer Übungseinheit. Es beginnt mit kreuz und quer an der Schleppleine, es braucht einen Rückruf für den Fall, dass der Radius doch mal nicht hält, und im Wald das Signal, das den Hund über längere Zeit bei dir hält: Hinter mir.

Häufige Fragen

Wie groß soll der Radius sein?

So groß, dass du deinen Hund noch abrufen kannst, bevor er an etwas dran ist. Für die Schleppleine ist es die Leinenlänge. Wichtig ist nicht die Zahl, sondern dass du sie nicht ständig wechselst: einen Radius für die Schleppleine, einen für den Freilauf, und beide bleiben gleich.

Soll ich ein Kommando geben, wenn er am Leinenende ist?

Nein. Dein Hund braucht kein Kommando für das Leinenende. Es ist seine Aufgabe, die Distanz zu dir im Blick zu behalten. Wenn du ihn ewig moderierst, vernachlässigt er seine Aufgabe, weil du sie übernommen hast.

Wann darf die Leine ab?

Wenn er den Radius an der Leine hält. Nicht vorher. Wenn er es mit Leine nicht kann, kann er es erst recht nicht, wenn die Leine ab ist. Der Übergang läuft über eine Leine, die immer kürzer wird, nicht über einen Tag, an dem sie plötzlich weg ist.

Wie lange dauert es?

Meine Ansage: konsequent, jedes Mal, eine Woche, jeden Tag. Danach sieht man den Unterschied. Voraussetzung ist, dass du in dieser Woche wirklich jedes Mal zurückholst, auch bei kleinem Zug.

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